Sie sind hier:
  • Lebensmittel
  • Bericht zur Überwachung der Kühltemperaturen im Einzelhandel 27.07.2010

Ist der Sommer heiß, darf die Einhaltung der Kühlkette nicht zum Problem werden

Aufgrund der lang anhaltenden, hochsommerlichen Temperaturen wird den Kühlein-richtungen in den Einzelhandelsgeschäften einiges abverlangt.
Molkereiprodukte, Garnelen, Wurst, Feinkostsalate und Frikadellen, die Temperaturen zwischen 10 und 19 °C aufweisen, Sülze im Glas deren Gelee sich verflüssigt hat, Schokolade, die formbar weich ist und andere Auffälligkeiten sind die Folgen der heißen Sommertage. Damit verbunden sind nachteilige Temperaturauswirkungen auf bestimmte Lebensmittel, die dazu führen, dass die Kühlkette nicht mehr gewährleistet ist und die Angabe des Mindesthaltbarkeitsdatums nicht mehr stimmig ist.

Viele Handelsketten und Discounter haben durch den Einbau von Klimaanlagen in ihren Märkten dem Kollaps von Kühleinrichtungen vorgebeugt und auch kleine Einzelhändler, die eine solche Investition finanziell nicht tätigen können, versuchen durch organisatorische Maßnahmen die Sicherheit der Lebensmittel auch bei hohen Umgebungstemperaturen zu garantieren, denn verantwortlich für die Lebensmittelsicherheit ist nach den rechtlichen Vorgaben der Lebensmittelunternehmer.

Dieser Verantwortung waren sich nicht alle Gewerbetreibende bewusst: bei Kontrollen im Lebensmitteleinzelhandel hat der Lebensmittelüberwachungs-, Tierschutz- und Veterinärdienst in diversen Lebensmittelbetrieben gravierende Mängel festgestellt. Es mussten z.B. eine Vielzahl von Lebensmitteln aus dem Verkehr genommen werden, die die von den Herstellern geforderten Temperaturen nicht einhielten, weil auf Grund der zu hohen Lagertemperatur von einem Verderb des Lebensmittels weit vor Erreichen des ausgewiesenen Mindesthaltbarkeitsdatums ausgegangen werden konnte.

Aus diesem Grunde möchten wir alle Gewerbetreibenden noch einmal darauf hinweisen, dass

  • kühlpflichtige Lebensmittel ihre Mindesthaltbarkeit nur bei den vom Hersteller vorgegebenen Lagertemperaturen erreichen können. Bei
    Nichteinhaltung trägt der Gewerbetreibende die Verantwortung für
    Folgeschäden, die durch den Verzehr von Produkten, die durch die
    Lagerbedingungen nicht mehr sicher sind, hervorgerufen werden
  • der Umfang und die Intensität der Eigenkontrollmaßnahmen
    (Wareneingangs-, regelmäßige Temperaturkontrollen), den
    Witterungsbedingungen angeglichen werden müssen
  • organisatorische Maßnahmen zu ergreifen sind, um die Funktionsfähigkeit
    der Kühleinrichtungen zu gewährleisten und wenn dieses nicht
    sicherzustellen ist, Lebensmittel, insbesondere leicht verderbliche,
    nicht mehr anzubieten, wenn deren geforderte Lagertemperatur nicht
    eingehalten werden kann.

Dem Verbraucher empfehlen wir,

  • sich über die Temperaturanzeige an der Kühleinrichtung in den
    Einzelhandelsbetrieben davon zu überzeugen, dass die Kühleinrichtung
    funktionsfähig ist
  • durch den Transport in Kühlkisten mit ausreichend Kühlakkus oder sehr kurze Transportzeiten, kühlpflichtige Lebensmittel vor einer negativen Beeinflussung durch hohe Außentemperaturen zu schützen
  • auf den Rohverzehr leicht verderblicher Lebensmittel (z.B. Hackfleisch)
    zu verzichten, wenn die Einhaltung der Kühlkette nicht gewährleistet
    werden kann
  • Lebensmittel, bei denen nicht die Sicherheit besteht, dass die
    erforderlichen Temperaturen eingehalten wurden, nicht zu verzehren oder,wenn keine Abweichungen erkennbar sind, vor dem Verzehr gut durchzuerhitzen
  • keine übermäßige Bevorratung im häuslichen Bereich vorzunehmen, wenn die eigenen Kühl- und Gefriergeräte an heißen Sommertagen in witterungsbedingt sehr warmer Umgebung stehen.