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Produktrückrufe – Über schwarze Schafe kann man sich im Internet informieren

In der letzten Zeit sorgten diverse Rückrufaktionen von Non-Food-Produkten für großes öffentliches Aufsehen. So sind zuletzt insbesondere Spielwaren wegen ihrer chemischen Belastung oder wegen verschluckbarer Kleinteile, Kinderbekleidung mit Strangulationsgefahr durch Schnüre, chemisch belastete Schuhe oder brandgefährliche Akkus für Notebooks zurückgerufen worden.

Immer wenn ein Hersteller oder Importeur bei einem bereits in Verkehr gebrachten Produkt Mängel feststellt, die eine Gefahr darstellen können, stellt sich die Frage nach einer Rückrufaktion. Da der Inverkehrbringer im Falle von Schäden haftet, besteht in den meisten Fällen ein eigenes Interesse daran, seine Kunden möglichst frühzeitig zu warnen, damit es gar nicht erst zu Schäden kommt.

Doch leider kommen nicht alle Inverkehrbringer dieser Verpflichtung im ausreichenden Maß nach.

Die Europäische Kommission veröffentlicht wöchentlich auf einer speziellen Internetseite - in englischer Sprache - die im Rahmen des Schnellwarnsystems von den europäischen Marktüberwachungsbehörden gemeldeten Produkte, von denen ernsthafte Risiken ausgehen. Ein Foto ermöglicht die leichtere Identifikation der jeweiligen Produkte. Die Zahl der über dieses Schnellwarnsystem der EU für gefährliche Produkte (RAPEX) ergangenen Warnungen ist 2009 gegenüber 2008 um 7 % auf 1993 Produktwarnungen gestiegen. Eine deutsche Discounterkette hat innerhalb von knapp 5 Monaten zum zweiten Mal einen RAPEX-Hattrick geschafft.

Wo man sich über Rückrufe informieren kann:
Über gefährliche sowie zurückgerufene Produkte kann sich der Verbraucher informieren:

  • auf den Internetseiten der Handelsketten, durch Aushänge in den Geschäften
    Liste der Europäischen Kommission für gefährliche Güter (RAPEX-Liste)
    http://ec.europa.eu/consumers/dyna/rapex/rapex_archives_de.cfm
  • Produktrückrufe.de
    Mit vielen Hintergrundinfos und links zum Thema (mit Newsletter)
    http://www.produktrueckrufe.de/
  • Cleankids.de
    Ausgewählte Produktinfos zu Familienprodukten
    http://www.cleankids.de/magazin/produktrueckrufe/
  • Die Behörden haben die Aufgabe, die Öffentlichkeit nur über die von ihr veranlassten Rückrufaktionen zu informieren. Individuelle Auskünfte brauchen sie nicht zu erteilen. Unter https://www.icsms.org
    kann jeder im Bereich "Verbraucher" ohne Anmeldung an das System nach Produkten und der für ihn zuständigen Behörde suchen. Außerdem kann er der zuständigen Behörde auch ein Produkt anzeigen, das seiner Meinung nach gefährlich ist.
  • Darüber hinaus macht die BAuA (Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin) alle Untersagungsverfügungen, die von den deutschen zuständigen Behörden ausgesprochen wurden, gemäß § 10 (1) GPSG (Geräte- und Produktsicherheitsgesetz) regelmäßig amtlich bekannt unter
    http://www.baua.de/cln_095/de/Geraete-und-Produktsicherheit/Produktmaengel/Produktmaengel.html

    Was man bei Sicherheitsmängeln tun kann, bevor es zu einem Warenrückruf kommt:

  • Verbraucher, die bei einem Produkt Sicherheitsmängel feststellen, sollten den Hersteller/Händler umgehend darüber informieren und den Mangel so genau wie möglich beschreiben. Nur so kann der Hersteller die notwendigen Schritte unternehmen, um die Gefahr für andere Verbraucher zu beseitigen.
  • In gravierenden Fällen ist es empfehlenswert, den Fall auch der zuständigen Behörde zu melden und das mangelhafte Produkt wenn möglich vorzuführen.
  • bei technischen Produktmängeln ist die Gewerbeaufsicht des Landes Bremen -http://www.gewerbeaufsicht.bremen.de – die zuständige Behörde
  • bei stofflichen Produktmängeln ist die Lebensmittelüberwachungs-, Tierschutz- und Veterinärdienst – http://www.lmtvet.bremen.de – die zuständige Behörde.