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Stallpflicht für Hausgeflügel wird aufgehoben

Ab Donnerstag, den 23. März wird die Stallpflicht für Geflügel in Bremen und Bremerhaven aufgehoben. Die Enten, Gänse und Hühner dürfen dann unter Einhaltung der vorgeschriebenen Biosicherheitsmaßnahmen wieder im Freien gehalten werden.

Zum Schutz des im Lande Bremen gehaltenen Geflügels war zum 13.11.2016 mit einer Allgemeinverfügung die Aufstallung angeordnet worden. Aufgrund der Nähe und Größe der hier vorhandenen wichtigen Wildvogelbereiche mit großer Anzahl Zug- und Rastvögeln ergab die Risikobewertung eine erhöhte Ansteckungsgefahr für das hochansteckende H5N8-Virus. Mit der Aufstallung sollte die Einschleppung und Verschleppung des Virus in hiesige Geflügelbestände vermieden werden. In der gesamten Zeit seit der Aufstallungsverpflichtung wurden im Land Bremen 29 Todfunde von bestimmten Wildvögeln untersucht. Bei einem Wildvogel in der Stadtgemeinde Bremerhaven sowie bei einem in der Stadtgemeinde Bremen wurde die Wildvogelgeflügelpest amtlich festgestellt. Zuletzt gelangten keine weiteren Wildvögel in die Untersuchung. Ferner wurde alles amtlich zur Kenntnis gebrachtes totes Hausgeflügel in dieser Zeit untersucht, alle Proben waren negativ.
Nachdem nun die nordischen Wintergäste die wichtigen Gebiete im Land Bremen durch den Rückzug in ihre Brutgebiete verlassen haben, ist das eingeschätzte Risiko einer Ansteckung des gehaltenen Geflügels unter Berücksichtigung der durch die Tierhalterinnen und Tierhalter durchzuführenden Biosicherheitsmaßnahmen geringer geworden.
Daher erscheint die Aufhebung der bisher geltenden Aufstallungspflicht angemessen.
Der Lebensmittelüberwachungs-, Tierschutz- und Veterinärdienst des Landes Bremen (LMTVet) weist jedoch alle Geflügelhalter darauf hin, die Biosicherheitsmaßnahmen einzuhalten, um ein Risiko der Einschleppung in unsere Nutzgeflügelhaltungen so niedrig wie möglich zu halten. Zu den Maßnahmen gehören insbesondere, dass Hausgeflügel nicht an Stellen gefüttert und getränkt werden soll, die auch für Wildvögel zugänglich sind. Auch sollte grundsätzlich kein Oberflächenwasser (aus Seen, Flüssen und Bächen) zur Tränke eingesetzt werden. Die Lagerung von Futter, Einstreu oder sonstigen Gegenständen, mit denen das Hausgeflügel in Verbindung kommen kann, muss vor dem Zugriff von Wildvögeln geschützt werden.

Der LMTVet macht darauf aufmerksam, dass es jederzeit möglich ist, die Aufstallungspflicht wieder einzuführen, wenn sich die aktuelle Lage ändern sollte.

Aufhebung der Aufstallungspflicht für gehaltenes Geflügel

Ulrike Linnenbrink / pixelio.de

Aufhebung der Aufstallungspflicht (docx, 42.9 KB)

Als Kleinbetrieb mit Geflügelhaltung oder als Hobbygeflügelhalter können Sie anhand der Checkliste prüfen, ob Sie alle Maßnahmen zum Schutz Ihrer Tiere umgesetzt haben.
Checkliste AI Eigenkontrolle.docx (docx, 22.9 KB)

Informationen:
Pressemitteilung der Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit und Verbraucherschutz (docx, 144.1 KB)
FLI FAQ Hochpathogene Aviäre Influenza 08.12.2016
BFR - Aktueller Vogelgrippe-Ausbruch: Virusübertragung (H5N8) durch den Verzehr
von Geflügelfleisch und Geflügelfleischprodukten unwahrscheinlich (pdf, 24.2 KB)

FLI-Empfehlung_Geflügelpest-Herkunft-Verbreitung-Virus-H5N8 21.12.2016 (pdf, 612.1 KB)
Friedrich-Loeffler-Institut Risikoeinschätzung zum Auftreten von HPAI H5N8 in Deutschland 17.05.2017
Merkblatt FLI Schutzmaßnahmen gegen die Geflügelpest in Kleinhaltungen 25.11.16
Merkblatt Nutzgeflügel schützen vom FLI 15.02.2017

Stand: 04.04.2017