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Veterinärdienst nimmt 15 Hunde aus Parzellengebiet: Tiere suchen neues Zuhause

Bild zeigt eine Hund der Rasse Puli, jpg, 84.3 KB

Der Lebensmittelüberwachungs-, Tierschutz- und Veterinärdienst des Landes Bremen (LMTVet) hat am 7. Juni 2018 aus einem Parzellengebiet in Rablinghausen 15 Hunde fortgenommen. In Amtshilfe mit Polizei, Ordnungsamt und Mitarbeitern der Tierheime des Bremer Tierschutzvereins, des Bremerhavener Tierschutzvereins sowie des Tierheims Bergedorf wurden die Hunde auf die drei Tierheime verteilt.

Das Veterinäramt war auf die Hundehaltung aufmerksam gemacht worden, weil die dort gehaltenen Hunde vermehrt ausgebrochen waren und Passanten belästigt und sogar gebissen hatten. Es wurden Auflagen erteilt, um die Haltungsbedingungen zu verbessern. Im Rahmen der weiteren tierschutzrechtlichen Ermittlungen stellte sich heraus, dass 2010 gegen die Halterin der Tiere ein Haltungs- und Betreuungsbetreuungsverbot von Tieren durch einen anderen Landkreis verhängt worden war. Daraufhin erfolgte noch am selben Tage die Fortnahme.

Es handelte sich ursprünglich um 21 Pulik und einen jungen Komondor im Alter zwischen ca. acht Wochen bis zu neun Jahren. Fünf Junghunde wurden am Vortag von der Halterin verkauft, da sie nach Auflage die Tierzahl deutlich zu reduzieren hatte. Dem ordnungsgemäßen Verbleib wird noch nachgegangen. Ein Junghund war nach einem Ausbruch vor einer Woche nicht mehr auffindbar und ist zwischenzeitlich auch nicht mehr aufgetaucht.

Bei den fortgenommenen Hunden handelt es sich um:

  • Zwei falbfarbene ausgewachsene Puli-Hündinnen
  • Eine ausgewachsene weiße Puli-Hündin
  • Sieben ausgewachsene schwarze Puli-Hündinnen
  • Ein neun Jahre alter Puli-Rüde
  • Drei Puli-Welpen (zwei braun, einer schwarz, ca. 8 Wochen alt)
  • Eine ca. neun Monate alte weibliche Komondor-Hündin.

Bei Pulis und Komondoren handelt es sich um ungarische Hütehunde. Diese Rassen wurden ursprünglich nomadisch von Hirten dazu gezüchtet, die Herden zu treiben. Sie sind grundsätzlich von lebhaftem Temperament und außerordentlich lernfähig. Sie sind in der Regel kinderliebend und ausgezeichnete Wachhunde. Sie sind bellfreudig, Fremden gegenüber sind sie eher misstrauisch.

Von den fortgenommenen Hunden sind zwei Tiere mit Ataxie oder Epilepsie erkrankt. Diese sollten möglichst zusammen vermittelt werden, da sie auch vorher immer zusammen waren. Die Hälfte der Hunde ist verhaltensauffällig, wobei Ängstlichkeit bis hin zu Angstaggression überwiegt. Der Großteil der Hunde ist darüber hinaus mäßig bis schlecht sozialisiert; eine ordnungsgemäße Erziehung hat keines der Tiere erhalten. Daher können die Hunde nur in erfahrene Hände abgegeben werden.

Die Tiere wurden in den Tierheimen tierärztlich untersucht, behandelt, geimpft und gechippt.

Bitte wenden Sie sich bei Interesse an einer Übernahme an den LMTVet (0421 361 4763) oder eines der genannten Tierheime. Verwaltungsrechtlich müssen die Tiere veräußert werden.

Pulik zur Vermittlung

Videos von den Pulik

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https://www.butenunbinnen.de/huetehund100.html
https://www.butenunbinnen.de/videos/hunde-wohnung100.html

Tierschutz

LMTVet warnt vor dubiosen Hundehändlern

Bild zeigt  Hundewelpen im Kofferraum, jpg, 46.9 KB

Offensichtlich scheint sich der Handel mit Hunden aus anderen EU-Staaten für Hundehändler zu lohnen. Häufig stoßen sie hierbei auf blauäugige Käufer, die ein Interesse an den niedlich aussehenden Hundewelpen haben. Schnell fühlen sich die Kaufinteressenten zu dem Tier hingezogen. Auch lockt ein deutlich niedrigerer Kaufpreis für den Hund, denn bei heimischen Züchtern sind Welpen i.d.R. deutlich teurer. Dabei wird außer Acht gelassen, dass sich oftmals ein Vielfaches an Kosten für notwendig werdende tierärztliche Behandlungen anschließt. Viele Hunde sind krank sind oder bringen Krankheiten aus ihrem Heimatland mit. Vorgeschriebene Impfungen wurden nicht durchgeführt und mündlich zugesicherte Eigenschaften werden im Nachhinein durch den Verkäufer bestritten.

Deshalb achten Sie beim Welpenkauf darauf, dass

  • ein aus dem Ausland stammender Welpe niemals jünger als 15 Wochen sein kann! Erst im Alter von 12 Wochen kann er seine Tollwutimpfung erhalten, die dann 21 Tage später wirksam ist
  • erst dann darf er reisen
  • das Tier einen blauen EU-Heimtierausweis mit sich führen muss, in dem die Tollwutimpfung, von einem Tierarzt durchgeführt, im Impfpass eingetragen sein muss
  • hierzu gibt es eine eigens für die Impfung vorgesehene Seite im Impfpass
  • das Tier gechipt ist, so dass klar ist, dass der Heimtierausweis auch zu dem Hund gehört
  • der Verkäufer als bisheriger Halter in dem Impfpass eingetragen ist.

Hunde mit inländischer Herkunft können Sie daran erkennen, dass

  • der Heimtierausweis in deutscher Sprache ist
  • die Chipnummer mit dem Ländercode 276 beginnt und
  • an der im Impfpass eingetragenen Adresse des Tierarztes, der die ersten Impfungen durchgeführt hat.

Lassen Sie sich nicht täuschen, auch wenn der Hund sehr niedlich ist. Lassen Sie sich das Muttertier zeigen und sich nicht damit vertrösten, dass es gerade unterwegs ist. Kommen Sie dann lieber noch einmal wieder.

Wenn Sie oben genannte Punkte beachten, können Sie unnötige nachfolgende Geldausgaben durch sich anschließende Tierarztbesuche, notwendige Quarantänemaßnahmen oder Rechtsstreitigkeiten vermeiden.

Haben Sie den Verdacht, dass ein Verkäufer, der einen Hund aus dem Ausland verkaufen will, o. g. Mindestanforderungen nicht einhält, informieren Sie uns.

Bundestierärztekammer zum Thema Billigwelpen
http://www.bundestieraerztekammer.de/index_btk_presse_details.php?X=20150722125916

Was kann ich machen, wenn ich den Verdacht auf einen Verstoß habe ?

Bitte informieren Sie uns oder die für Sie zuständige Polizeidienststelle umgehend, damit wir tätig werden können. Haben Sie etwas gesehen, was nur von vorübergehender Dauer wie z.B. das Schlagen oder Treten eines Hundes war, so ist es gut, sich den Ort, die Uhrzeit und mögliche weitere Zeugen des Zwischenfalles zu notieren. Wichtig ist auch die genau Beschreibung der Situation und die Reaktion des Tieres.

Bitte beachten Sie hierzu auch das Formular Tierschutzbeschwerde.pdf (pdf, 350.7 KB) unter Publikationen .

Tierschutz

Die Tierschutzarbeit des Veterinärdienstes begründet sich auf dem Tierschutzgesetz sowie selbstverständlich auf dem im Grundgesetz Art. 20 a und in der bremischen Verfassung Art. 11 b verankerten Schutz der Tiere. Ziel der Arbeit ist, das Leben und Wohlbefinden der Tiere zu schützen.

Die Einbindung unserer Behörde in dem deutschen Behördenaufbau hinsichtlich Tierschutz finden Sie in der Behördenübersicht (pdf, 498.6 KB).

Was wird überprüft ?

Hier ist ein unterernährter Hund zu sehen, jpg, 10.5 KB
Ein stark unterernährter Hund ...

Hauptaufgabe ist die Überprüfung von Tierhaltungen. Diese Tierhaltungen können gewerblich sein (sie bedürfen ausnahmslos einer Genehmigung des Veterinärdienstes) wie z.B. Tierzuchten, Zoofachgeschäfte, Reitbetriebe, Zirkusbetriebe, Tierbörsen- u. ausstellungen etc. oder auch privat, wie das Halten von einzelnen Hunden, Katzen oder sonstigen Heimtieren. Zum Schutz der Tiere ist die Ausübung verschiedener Tätigkeiten, die mit Tieren im Zusammenhang stehen, erlaubnispflichtig. Weiter werden beispielsweise auch Tiertransporte, Versuchstiereinrichtungen und die Betäubung der Tiere vor der Schlachtung, kontrolliert.

Wie wird überprüft ?

Hier ist ein überfütterter Hund zu sehen, jpg, 10.2 KB
und der gegensätzliche Fall...

Wir kommen generell unangemeldet, um uns ein unverfälschtes Bild von dem Tier und der Haltung, sowie des Umganges mit dem Tier zu machen.
Bei Bedarf werden auch andere Behörden um Mithilfe gebeten, z.B. die Polizei bei der Kontrolle von Tiertransporten aus dem fließenden Verkehr.

Was wird bei festgestellten Verstößen unternommen ?

Hier ist das Beispiel einer Rattenhaltung zu sehen, jpg, 14.3 KB
sowie 300 Ratten in einer 50 qm kleinen Wohnung ...

Der Veterinärdienst wird tätig bei angezeigten Verstössen gegen das Tierschutzgesetz. Hier werden die Haltungsbedingungen, der Ernährungs- und Pflegezustand der Tiere überprüft. Sollte sich der Verdacht bestätigen, werden von uns verschiedene Maßnahmen ergriffen. Dies können z.B. Auflagen zur Verbesserung der gegebenen Bedingungen, die Forderung nach einem Sachkundenachweis des Tierhalters bis zur vorübergehenden oder endgültigen Wegnahme der betroffenen Tiere sein. Auch können Tierhaltungsverbote ausgesprochen werden.

Einen Auszug aus der Tierschutzarbeit können Sie unseren Jahresberichten entnehmen.