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Pflanzengesundheitskontrolle

Bild zeigtUntersuchungskomplex in Bremerhaven
Bild 1: Büro- und Untersuchungskomplex der Pflanzengesundheit

Aufgaben
Kontrollpflicht
Einfuhrverbot
Quarantaeneschadorganismen
Import
Bestimmungsortkontrolle
Verpackungsholz
Durchfuhr
Export
Registrierung
Monitoring
Antragstellung

Blick auf das Container-Terminal
Bild 2: Die pflanzengesundheitskontrolle Bremerhaven ist in unmittelbarer Nähe zum Container-Terminal (Blick aus dem Büro)

Aufgaben und Funktion
Die Pflanzengesundheitskontrolle, früher Amtliche Pflanzenbeschau genannt, hat die Aufgabe, die Einschleppung und Verbreitung von Krankheiten und Schaderregern zu verhindern, die für die heimische Pflanzenwelt eine Gefahr darstellen.
Manche Schadorganismen aus anderen Ländern haben in unseren Regionen leichtes Spiel:

  • ihnen fehlen hier die Feinde
  • sie vertreiben einheimische z.T. nützliche Arten
  • sie schädigen Früchte, Wurzeln und andere Pflanzenteile
  • sie zerstören Ernten oder wertvolle Pflanzenbestände
  • oftmals können sie nicht einmal mit Pflanzenschutzmaßnahmen bekämpft werden.

Der entstehende Schaden betrifft nicht nur diese Pflanzen und damit deren Lebensgemeinschaften selbst, sondern auch Landwirte, Gärtner und Forstwirte können enorme wirtschaftliche Schäden erleiden und stehen unter Umständen der Vernichtung ganzer Pflanzenbestände hilflos gegenüber. Dieses wiederum hat Auswirkungen auf die Lebens- und Futtermittelproduktion, Preissteigerungen durch externe Zukäufe und viele Wirtschaftszweige, die auf diese pflanzlichen Produkte angewiesen sind. (DIABROTICA (pdf, 225.3 KB), ANOPLOPHORA (pdf, 1.2 MB))

Die Länder und Kontinente sind durch die heutigen verkehrstechnischen Möglichkeiten immer enger aneinander gerückt. Früher waren Meere und Berge schwer überwindbare Hindernisse für Schaderreger. Durch die schnellen Transportmöglichkeiten und den ständigen Austausch an Waren um die ganze Welt ist die Gefahr einer unbeabsichtigten Verschleppung von gefährlichen Schadorganismen sehr groß. Dieses gilt sowohl für Waren, die aus Drittländern zu uns gebracht werden, aber auch Waren, die von uns in andere (Dritt-) Länder transportiert werden. Hier erfüllt die Pflanzengesundheitskontrolle eine wichtige Aufgabe, indem sie Pflanzen, Pflanzenteile, Holz, Obst und Gemüse und den Pflanzen anhaftende Erden intensiv auf Krankheiten, Schädlinge und Einhaltung vorgegebener Anforderungen bei der Einfuhr, Ausfuhr, Durchfuhr und innergemeinschaftlichen Transport kontrolliert.

Die pflanzengesundheitlichen Untersuchungen ("phytosanitäre Kontrollen") von Pflanzen und Pflanzenerzeugnissen durch speziell dafür ausgebildete Pflanzengesundheitsinspektoren findet aufgrund der jeweils geltenden Regularien statt. So hat z.B. jedes Land bzw. jede Ländergemeinschaft (wie etwa die Europäische Union) Vorschriften für bestimmte Produkte (sog. "geregelte Waren") und Listen mit Krankheiten und Schädlingen ("Quarantäne-Schadorganismen"), vor denen sich das jeweilige Land ganz besonders schützen.

Mit Hilfe internationaler Abkommen haben sich die verschiedensten Länder weltweit auf einheitliche Vorgehensweisen bei den Kontrollen und Überwachungen verständigt (IPPC). Schließlich stehen alle Länder weltweit vor demselben Problem der Verschleppung von Schadorganismen und den damit verbundenen Auswirkungen. Was bei uns ein harmloser kleiner Schädling sein kann, könnte am anderen Ende der Welt verheerende Auswirkungen haben und ggf. Pflanzen ganzer Landstriche vernichten oder zu einem Einsatz hochgiftiger Pflanzenschutz- bzw. Schädlingsvernichtungsmittel führen, was dann wiederum andere Probleme nach sich zieht.

Neben der visuellen Kontrolle auf Symptome von oder das Vorhandensein von schädliche Organismen, werden auch Intensivuntersuchungen mit Mikroskop und bei Bedarf Laboranalysen durchgeführt.

Blick in einen Container mit Pflanzenumzugsgut.
Bild 3: Pflanzen im Container mit Umzugsgut. Auch hierfür gelten strenge Vorschriften.

Kontrollpflicht
Bestimmte Warenarten pflanzlichen Ursprungs unterliegen bei der Einfuhr einer Kontrollpflicht. Diese Produkte werden als "geregelte Waren" bezeichnet. Diese geregelten waren müssen von einem Pflanzengesundheitszeugnis bzw. Zertifikat des Ursprungslandes begleitet sein und besondere Anforderungen erfüllen. Bei diesen Waren ist die Gefahr der Einschleppung von Schadorganismen besonders hoch, so dass die EU strenge Vorschriften für sie erlassen hat.
Hierzu zählen z.B.

  • alle Pflanzen, die zum Anpflanzen oder zur Weiterkultur gedacht sind
  • Stecklinge und anderes Vermehrungsmaterial
  • Unterirdische Pflanzenteile wie Wurzeln, Zwiebeln, Knollen
  • Triebe, Äste, Blätter und Nadeln
  • Früchte, Blattgemüse
  • Samen
  • Holz, Sägespäne, Baumstämme und Rinde
  • Verpackungsholz wie z.B. Paletten oder Stauhölzer

Welche Waren im Detail geregelt sind und welche Ein- bzw. Ausfuhranforderungen an sie gestellt werden, ist in den jeweiligen Rechtsvorschriften der Länder aufgeführt. (JKI-Regelungen und Standards)

Bild von Bahnschwellen aus Eichenholz
Bild 4: Einfuhr von Bahnschwellen aus Eichenholz. Auch diese müssen untersucht werden.

Einfuhrverbot
Einfuhrverbote betreffen insbesondere Erde oder Kultursubstrate, da sich gerade darin besonders viele schädliche bzw. schlecht bekämpfbare Schaderreger befinden. Aber auch manche Pflanzen oder Pflanzenteile können einem kurzfristigen oder dauerhaften Einfuhrverbot unterliegen, wenn an ihnen äußerst aggressive Schadorganismen vorkommen und sie für die EU eine bedeutende Gefahr darstellen.

Bild vom Schädling der Palmen
Bild 5: Quarantäneschädling der Palmen: Rhynchophorus ferrugineus

Krankheiten und Schädlinge = (Quarantäne-)Schadorganismen
Nicht jedes Insekt oder jeder Pilz ist für die Pflanzengesundheitskontrolle von Bedeutung. Je nach Land, Klimaregion und landwirtschaftlichen Produktionsschwerpunkt gelten unterschiedliche Organismen als gefährlich oder harmlos. Die für ein bestimmtes Land oder eine Ländergemeinschaft besonders gefährlichen Schädlinge oder Krankheiten nennt man Quarantäne-Schadorganismen. Hierzu zählen diverse Pilzerkrankungen, Bakterien, Viren, Nematoden, Käfer, Milben, Fruchtfliegen, Läuse, Thripse, Wanzen, Zikaden aber auch Unkräuter.

Die Krankheiten und Schädlinge, auf die die "geregelten Waren" kontrolliert werden müssen, ist sehr vielfältig.

Hierzu ein Beispiel:
Während sich in den nördlichen Ländern der Europäischen Union (EU) wenig bis keine Zitrusanbaugebiete befinden, spielt der Zitruskrebs (Xanthomonas axonopodis pv. citri ) jedoch für südliche Länder der EU ein sehr große Rolle. Diese Länder verfügen über große Gebiete mit Zitrusproduktion, so dass ein Befall mit diesem Bakterium eine echte Bedrohung darstellt. Die EU hat eine Schutzaufgabe für alle Mitgliedsstaaten, so dass die Pflanzengesundheitskontrolle in Deutschland beispielsweise auch die Kontrollen für Waren durchführt, die in anderen Mitgliedsstaaten transportiert werden sollen.

Welche Krankheiten und Schädlinge im Einzelfall für welches Land bzw. Ländergemeinschaft von Bedeutung sind, kann in den jeweiligen Regelungen nachgeschlagen werden. (JKI Regelungen und Standards)

Bild zeigt die Beschau von Äpfeln
Bild 6: Visuelle Einfuhrkontrolle an Obst, hier: Äpfel

Import (Einfuhr) in die EU
In der Pflanzengesundheitskontrolle bezeichnet der "Import" die Einfuhr von "geregelten Waren" in ein Land der Europäische Union. Es ist somit unerheblich, ob eine Sendung in Deutschland ankommt und dort bleibt oder in Frankreich ankommt und nach Deutschland transportiert werden soll. Die bei der Einfuhr zu untersuchenden Waren (Pflanzen, Pflanzenerzeugnisse, u.a.) sind in der Pflanzenbeschauverordnung und den Anhängen der Richtlinie 2000/29/EG, aber auch in EU-Entscheidungen geregelt.

Bild zeigt wie eine Schnittprobe an einer Kartoffel gemacht wird.
Bild 7: Visuelle Einfuhrkontrolle an Kartoffeln durch Schnittproben.

Für die Einfuhrkontrolle ist die Vorlage eines gültigen Pflanzengesundheitszeugnisses ("Phytosanitäres Zertifikat") notwendig (Ausnahme: Verpackungs- und Stauholz). Dieses Zeugnis muss im Ursprungs- oder Versendeland erstellt werden und bescheinigt die Freiheit von Quarantäneschadorganismen und anderen Schadorganismen ebenso wie die Einhaltung der besonderen Anforderungen. Zu diesen Anforderungen zählen z.B. die im Ursprungsland durchgeführte Spritzmittelbehandlungen mit chemischen Stoffen oder Trocknungen in Kammeröfen.

Fehlt ein notwendiges Zeugnis oder wird bei der Inspektion ein Befall mit (Quarantäne-) Schadorganismen oder die Nichteinhaltung von Anforderungen festgestellt, so wird die Sendung von der Pflanzengesundheitskontrolle beanstandet und eine Quarantäne angeordnet, sofern der Mangel nicht sofort behoben werden kann. Als Folge der Beanstandung kommen die Nachbehandlung, die Zurückweisung oder die Vernichtung in Frage.

Durch die Lupe wird das Saatgut betrachtet.
Bild 8: Visuelle Kontrolle von Saatgut auf Krankheitssymptome und Vorratsschädlinge

Ist eine Sendung untersucht und keine Mängel festgestellt worden, wird die Ware freigegeben und kann zolltechnisch für "den freien Verkehr" abgefertigt werden. Die Erteilung einer Freigabe in einem EU-Staat gilt EU-weit. Ebenso verhält es sich aber auch mit den Beanstandungen. Eine in einem EU-Staat beanstandete Sendung darf nicht abgefahren und an eine andere EU-Einlassstelle verbracht werden.

Bestimmungsortkontrolle (nur Import]
Manche Warenarten können oder sollen nicht an der EU-Eingangstelle abschließend untersucht werden, sei es, weil eine länger andauernde Quarantäne vorgeschrieben ist (z.B. Importe von Nadelgehölz-Bonsais aus Japan) oder eine vollständige Entladung oder spezielle Lagerung einer Risikoware in den Häfen, Flughäfen oder Grenzübergängen nicht möglich ist (z.B. Nasslageeinrichtung für Weißeichenstämme).
Für diese Fälle hat die EU eine Ausnahmemöglichkeit über die Bestimmungsortkontrolle geschaffen. Voraussetzung hierfür ist u.a., dass

  • der Kontrollort eine Zulassung der zuständigen Behörde hat. Zuständige Behörde ist hier die Pflanzengesundheitskontrolle, nicht der Zoll!
  • Die Ware im zollrechtlichen Versandverfahren (unter Zollverschluss) dorthin transportiert wird
  • Die Ware über ein gültiges Pflanzengesundheitszeugnis verfügt
  • Die Ware an der EU-Eingangstelle angemeldet wird.

Die Pflanzengesundheitskontrolle der EU-Eingangsstelle prüft die Zulässigkeit dieses Verfahrens. Bei Zustimmung zur Bestimmungsortkontrolle wird ein Dokument ausgestellt, das beim Zoll vorgelegt werden muss und die Ware bis zum zugelassenen Kontrollort begleitet. Nun ist diese Sendung im Verantwortungsbereich der am Kontrollort zuständigen Pflanzengesundheitskontrolle, die die Untersuchung und weitere Abwicklung übernimmt.
Lehnt die Pflanzengesundheitskontrolle die Bestimmungsortkontrolle ab, z.B. weil der Kontrollort keine Zulassung hat, so muss die abschließende Untersuchung an der Einlassstelle erfolgen.

Bild zeigt Löcher im Holz
Bild 9: Einfuhrkontrolle an Verpackungsholz: massiver Befall mit holzzerstörenden Insekten

Sonderfall Verpackungsholz
Verpackungs- und Stauholz, welches im internationalen Handel zum Stützen und Schützen der eigentlichen Ware dient, unterliegt ebenfalls besonderen Regelungen bei der Einfuhr in die EU. Zwar benötigt dieses Holz kein Pflanzengesundheitszeugnis, doch muss es bestimmte Anforderungen erfüllen. Dies sind die Behandlung und Kennzeichnung nach dem ISPM Nr. 15 (Internationaler Verpackungsholzstandard) und natürlich die Freiheit von Schädlingen und Krankheiten.

Bild zeigt die Bockkäferlarve
Bild 10: Einfuhrkontrolle an Verpackungsholz: Befall mit Bockkäferlarve

In Deutschland gibt es eine Sonderreglung mit den Zollbehörden. Über einen Zollerlass sind die jeweiligen Zolldienststellen gehalten, Waren mit bestimmten Inhalten (Zolltarifnummern) zu stoppen und auf eine Freigabe der Pflanzengesundheitskontrolle zu warten, bevor die Ware zum freien Verkehr abgefertigt werden kann ("Risikowarenliste" (pdf, 220.1 KB)). Diese bestimmten Waren sind bekannt dafür, dass sie mit Verpackungsholz oftmals minderer Qualität transportiert werden. Hier ist die Gefahr des Transports von "blinden Passagieren" (z.B. holzzerstörende Insekten) besonders hoch.

Durchfuhr (Transit)
Unter Durchfuhr wird der Transport von "geregelter Ware" verstanden, die aus einem Drittland kommt, durch einen oder mehrere Staaten der EU in ein anderes Drittland geht, ohne dass die Ware zolltechnisch eingeführt wird. Ein direktes Umladen auf z.B. einen konventionellen LKW ist noch zulässig. Ansonsten darf die Ware aber nicht in Deutschland oder der EU den Verkehr gebracht werden. Manchmal gehen auch von solchen Sendungen spezifische Gefahren aus, so dass dann die Pflanzengesundheitskontrolle befugt ist, auch diese Ware zu inspizieren. Ein Beispiel für die Durchfuhr:
Ursprungsland USA (=Drittland) →Ankunftshafen Bremen (=EU-Einlassstelle) → direkter Weitertransport per LKW in die Ukraine (=Drittland)

Bild zeigt Stapelwagen mit Pflanzen
Bild 11: Ausfuhrkontrolle an Pflanzen, vielseitig und abwechslungsreich

Export (Ausfuhr)
"Geregelte Ware", die von Deutschland bzw. einem Land der EU aus in ein Drittland exportiert werden soll, muss vorher durch die Pflanzengesundheitskontrolle untersucht werden, wenn das Bestimmungsland für die Ware entsprechende Auflagen gelistet hat. Bei manchen Waren ist nicht nur die Freiheit von Schadorganismen erforderlich, sondern auch eine Schädlingsbekämpfung, z.B. Begasung von Baumstämmen nach China. In diesen Fällen muss die Pflanzengesundheitskontrolle sicherstellen und überwachen, dass die Anforderungen des Drittlandes erfüllt werden. Erst dann darf ein sog. "Pflanzengesundheitszeugnis" ("Phytosanitäres Zertifikat") erstellt werden, welche diese Ware begleitet.
Wird bei der Kontrolle jedoch ein Befall mit (Quarantäne-)Schadorganismen festgestellt oder sind die weiteren besonderen Anforderungen des Empfangslandes nicht erfüllt (z.B. Freiheit von Erde), so wird solange kein Pflanzengesundheitszeugnis ausgestellt, bis der Mangel behoben.

Bild zeigt wie Mehl aus einer Großpackung entnommen wird
Bild 12: Ausfuhrkontrolle an Mehl: Probennahme
Bild zeigt Baumstamm zur Verladung vor einem LKW
Bild 13: Kontrolle an Stammholz während der Verladung

Betriebsregistrierungen und -kontrollen
Betriebe, die mit bestimmten pflanzlichen Produkten arbeiten oder mit ihnen handeln wollen, müssen besondere Auflagen erfüllen. Die jeweiligen Auflagen müssen durch die Pflanzengesundheitskontrolle in bestimmten Abständen kontrolliert werden. Hierzu zählen z.B.
a) Betrieben, die mit Verpackungs- und Stauholz nach dem ISPM Nr. 15 behandeln und/oder international handeln wollen.
b) Betriebe, die "geregelten Waren" aus Drittländern importieren wollen.
c) Betriebe, die bestimmte Pflanzen innerhalb der EU handeln wollen und hierfür spezielle Pflanzenpässe benötigen.

Bild zeigt kranken Baum
Bild 14: Monitoring: Verdacht auf eingeschleppte Bockkäfer an einem Ahorn-Baum. Symptome: a) Bohrlöcher; b) abgestorbener Ast

Monitorings
Aufgrund der unzähligen Warentransporte besteht ständig ein gewisses Restrisiko, dass doch gefährliche Krankheiten und Schädlinge eingeschleppt werden. Auch können neben den bekannten Quarantäneschadorganismen neue, bislang ungekannte Schadorganismen auftauschen, die eine Gefahr für die Pflanzenwelt darstellen. Aus diesem Grund werden durch die Pflanzengesundheitskontrolle auch Sichtungen an Pflanzenbeständen, in Lagerhallen oder öffentlichen Grünanlagen durchgeführt. Diese Sichtungen werden Monitoring genannt. Werden bei diesen Kontrollen gefährliche Schadorganismen gefunden, so müssen bestimmte Maßnahmen zur Bekämpfung und Ausrottung getroffen werden. Hierzu können der Einsatz von Pestiziden aber auch die Vernichtung des befallenen Materials zählen. Oftmals werden dann auch Sperr- oder Pufferzonen rund um den Befallsherd eingerichtet, um die Weiterverbreitung unbedingt zu verhindern. (DIABROTICA (pdf, 225.3 KB), ANOPLOPHORA (pdf, 1.2 MB))

Bild zeigt Leiterwagen zur Untersuchung im Baum
Bild 15: Mit Hilfe von Steigern können die Baumkronen untersucht oder verdächtige Äste entnommen werden.
Bild zeigt  verdächtige Bohrlöcher
Bild 16: Verdächtige Bohrlöcher müssen näher untersucht werden (hier Eiche, Verdacht auf Anoplophora chinensis)

Anträge stellen für Einfuhren, Durchfuhren und Ausfuhren von Pflanzen und Pflanzenerzeugnissen, einschließlich Verpackungsholz:
Für die Einfuhr von "geregelten Waren" ist es notwendig, einen Antrag bei der zuständigen Pflanzengesundheitskontrolle zu stellen Informationen zur Anmeldepflicht pflanzlicher Waren (pdf, 36.6 KB). Die erste Anlaufstelle ist hier die Dienststelle am EU-Eingangsort. Diese prüft die notwendigen Dokumente und entscheidet, ob eine abschließende Abfertigung dort möglich und sinnvoll ist, oder ob die Kontrolle an einem anderen geeigneten Ort stattfinden kann (Bestimmungsortkontrolle). Bei der Beantragung ist die Vorlage des Pflanzengesundheitszeugnis notwendig (Ausnahme: Verpackungsholz in Gebrauch) und ggf. weitere Warenbegleitpapiere (z.B. Ladelisten, Frachtbriefe).

Für die Ausfuhr (Export, Re-Export) ist es ebenfalls notwendig einen Antrag zu stellen, wenn das Empfangsland ein Pflanzengesundheitszeugnis für die Ware benötigt. Jedes Land legt fest, für welche Waren ein Pflanzengesundheitszeugnis erforderlich ist. Des Weiteren werden die Anforderungen an die Waren und falls erforderlich die Zusatzerklärungen festgelegt.

Es gelten – rechtlich verbindlich - nur die im Original veröffentlichten Anforderungen der jeweiligen Drittländer! Außerdem erhalten Sie vom Julius Kühn-Institut veröffentlichte Hinweise zu den Anforderungen der Länder Pflanzengesundheit JKI Bund – auch die Mitarbeitern der Pflanzengesundheitskontrolle erteilten Empfehlungen hierzu. Bei Unklarheiten besteht ferner die Möglichkeit, sich durch den Kunden/Kooperationspartner über die aktuellen Bestimmungen des Einfuhrlandes zu informieren. Je nach Anforderungen des Empfangslandes ist ggf. eine Behandlung oder die Vorlage von entsprechenden Nachweisen beizufügen.

Bild zeigt Eingangsseite von PGZ online
Bild 17: PGZ-Online: bundesweites Programm für die Antragstellung via Internet

Antragstellung über PGZ-Online
Anträge für Importe oder Exporte mit Pflanzengesundheitszeugnissen können im Land Bremen nur noch online mit dem Programm "PGZ-Online" stattfinden. Um dieses Programm nutzen zu können, müssen sich die Antragsteller (zurzeit noch kostenlos) registrieren lassen unter: www.pgz-online.de
Nach der erfolgreichen Registrierung können dann in allen Bundesländern Anträge gestellt und wichtige Dokumente als Datei angehängt werden. Freigabebescheinigungen (Import, Verpackungsholz), Phytosanitäre Transportdokumente für Bestimmungsortkontrollen und Pflanzengesundheitszeugnisse für Exporte sind noch nicht online verfügbar. Diese werden weiterhin in Papierform ausgehändigt bzw. übermittelt. Lediglich der Bearbeitungsstatus kann online eingesehen werden.

Zu Ihrer Unterstützung können Sie einen Wegweiser für Antragsteller herunterladen: Wegweiser für Antragsteller (doc, 282.5 KB)
Sollte Ihnen eine Onlinebeantragung nicht möglich sein, setzen Sie sich bitte mit uns in Verbindung.
Bei weiteren Fragen oder Problemen mit dem Programm PGZ-Online wenden Sie sich bitte an die für Sie zuständige Pflanzengesundheitskontrolle. Die zuständigen Stellen finden Sie auf der Internetseite www.pgz-online.de.

Bei Fragen zu Einfuhren, Ausfuhren oder innergemeinschaftlichen Transporten über das Land Bremen stehen Ihnen unsere Mitarbeiter/-innen zur Verfügung.

Vorlaufzeiten für die Antragstellung
Bitte beachten Sie, dass die Antragsbearbeitung und die notwendigen Kontrollen eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen und es daher sinnvoll ist, die Sendung so früh wie möglich zu beantragen. Insbesondere bei Importen mit mangelhaften Zeugnissen kann es zu Verzögerungen kommen, da eine Zeugniskorrektur aus dem Herkunftsland angefordert werden muss. Eine Vorlaufzeit von mindestens einen Arbeitstag ist immer einzuplanen, bei bestimmten Produkten kann diese Vorlaufzeit auch länger ausfallen, da besondere Informationsbeschaffungen durchgeführt oder organisatorische Vorbereitungen getroffen werden müssen (z.B. Importe von Kartoffeln aus Ägypten, Exporte von lebenden Pflanzen). Auch soll nicht unerwähnt bleiben, dass in manchen Fällen eine Untersuchung in einem Speziallabor notwendig ist, die dann ebenfalls zu Verzögerungen führen kann.